Astronode
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Astronode
Astrologische Bücher

Leseprobe

Noel Tyl (Hrsg.)

Uranus, Neptun und Pluto im persönlichen Erleben

Jeff Green, Trauma und äussere Planeten

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URANUS UND GEISTIGE TRAUMATA

Uranus im ersten Haus oder in Widder.

Zu geistigen Traumata kann es kommen, weil diese Menschen nicht fähig sind, physikalische, psychologische oder karmische Grenzen zu erkennen. Die Folge ist, dass sie auch ihr Gefühl für ihre eigene Bestimmung verlieren und nicht mehr fähig sind, die Dinge zu tun, die sie ihrem Gefühl nach eigentlich tun müssten. Typischerweise leiden diese Menschen unter einem «Grössenwahn», der die Einschränkung durch äussere Umstände erfordert, bis sich das Ich im Gleichgewicht befindet und mit anderen Menschen auf einer Stufe steht. Diese Menschen besitzen Führungsqualitäten und dringen ins Unbekannte vor, doch sie müssen lernen, diese Fähigkeit in das augenblicklich gültige System zu integrieren, damit sie sie verwirklichen können.

Unbewusst haben viele dieser Menschen Erinnerungen an vorzeitige oder frühe Tode in früheren Leben. Dies erzeugt manchmal eine irrationale Angst vor Kontrollverlust. Sie fürchten, sich zu weit von ihrer unmittelbaren Umgebung zu entfernen, in der sie sich geborgen fühlen.

Dieses Trauma kann entstehen, wenn Uranus durch das erste Haus transitiert oder wenn er im Transit Spannungsaspekte zum Herrscher des ersten Hauses, zu Mars oder zu Radixplaneten im ersten Haus bildet.

Uranus im zweiten Haus oder in Stier.

Zu geistigen Traumata kann es kommen, wenn diese Menschen gezwungen sind, ihre Wertsysteme zu verändern, auf denen sie seit langer Zeit ihre Identität und ihre Realität aufbauen. Alles, was ihnen lieb und teuer war, geht verloren - dies kann auch materielle Verluste einschliessen. Aufgrund dieses Traumas müssen sich diese Menschen auf neue Wertvorstellungen einlassen oder zumindest ihre bisherigen umstellen oder anpassen. Dann werden sie fähig, zu sich selbst und zu anderen Menschen völlig neue Beziehungen herzustellen.

Viele Menschen mit dieser Stellung erinnern sich unbewusst an körperliche oder emotionale Not. Deshalb klammern sie sich mitunter krampfhaft an das, was sie besitzen. Ihre Wertvorstellungen, die ihren Lebenssinn definieren, sind fixiert.

Dieses Trauma kann entstehen, wenn Uranus durch das zweite Haus transitiert oder wenn er im Transit Spannungsaspekte zum Herrscher des zweiten Hauses, zu Venus oder zu Radixplaneten im zweiten Haus bildet.

Uranus im dritten Haus oder in Zwillinge.

Zu geistigen Traumata kann es kommen, wenn diese Menschen in Situationen geraten, die ihre Vorstellungen vom Leben, ihre Meinungen und ihre geistigen Konstrukte in Frage stellen. Die Stärke der Konfrontationen oder Erfahrungen zwingt sie, ihre geistigen Gerüste zu prüfen und umzubauen, um für ihre Ideen ein neues System zu finden. Der Übergang zwischen dem alten und dem neuen System ist die Zeit, in der mit Traumata und psychologischer Instabilität zu rechnen ist. Unbewusst tragen viele dieser Menschen Erinnerungen an ein Wissen oder Verständnis in sich, das kein Bestandteil ihrer Lebenssituation in Zusammenhang mit anderen Menschen oder in ihrer Gesellschaft ist. Die Frustrationen, die beim Versuch entstehen, ein solches Wissen mitzuteilen oder weiterzugeben, erzeugen eine psychologische Hemmung, weil diese Menschen zwischen sich und allem um sie herum eine tiefe Kluft der Andersartigkeit spüren. Diese Frustration kann eigene geistige Traumata setzen, die auf der Entfremdung von anderen und der Gesellschaft beruhen.

Dieses Trauma kann entstehen, wenn Uranus durch das dritte Haus transitiert oder wenn er im Transit Spannungsaspekte zum Herrscher des dritten Hauses, zu Merkur oder zu Radixplaneten im dritten Haus bildet.

Uranus im vierten Haus oder in Krebs.

Zu geistigen Traumata kann es kommen, wenn diese Menschen an mangelndem emotionalem Verständnis leiden, weil sie sich bei ihren biologischen Eltern nicht geborgen fühlen. Durch Übertragung erleiden sie den gleichen Mangel in ihrem Erwachsenenleben, weil die Emotionen der Kindheit weitergetragen werden. Dies erzeugt eine grundlegende Unsicherheit. Das innere Kind bleibt unerlöst und projiziert emotionale Forderungen auf andere, um sich von diesen die Geborgenheit zu holen, die ihm fehlt. Die Folge sind unberechenbare, sprunghaft wechselnde emotionale Zustände, mit denen die Betreffenden sich und andere verletzen. Diese Menschen werden immer wieder Umstände und Erfahrungen in ihrer Umgebung herbeiführen, die sie auf sich selbst zurückwerfen, bis sie erkennen, dass die Geborgenheit und Sicherheit, die sie suchen, nur in ihnen selbst zu finden ist. Möglich wird diese Entwicklung, in-dem Uranus die Lebensbedingungen zyklisch verändert oder radikal umbricht, bis diese Menschen nicht mehr anders können, als diese Lektion zu lernen. Dieser Prozess kann mit einem psychologischen Trauma einhergehen.

Unbewusst erinnern sich viele dieser Menschen an zahlreiche Vorleben, in denen sie der gleichen Dynamik ausgesetzt waren. Dies verstärkt nur ihre projizierten emotionalen Forderungen, die ihrerseits den Eindruck verstärken, dass die Bedürfnisse gerade dann nicht befriedigt werden, wenn es am dringendsten notwendig scheint.

Dieses Trauma kann entstehen, wenn Uranus durch das vierte Haus transitiert oder wenn er im Transit Spannungsaspekte zum Herrscher des vierten Hauses, zu Mond oder zu Radixplaneten im vierten Haus bildet.

Uranus im fünften Haus oder in Löwe.

Zu geistigen Traumata kann es kommen, wenn diese Menschen von der Gesellschaft oder anderen Menschen mit Gleichgültigkeit und Missachtung behandelt werden. Das liegt daran, dass diese Menschen das Bedürfnis haben, als etwas Besonderes gesehen zu werden. Sie wollen, gemessen an anderen, als Zarathustra oder Übermensch dastehen. Diese Gleichgültigkeit und Nichtanerkennung kann sie während ihres ganzen Lebens immer wieder treffen. Möglicherweise erreichen diese Menschen zu gewissen Zeiten wirklich sehr viel und fallen bei anderen Gelegenheiten völlig in Ungnade. Deshalb gibt es immer wieder Zeiten, in denen sie nicht anerkannt und gelobt werden.

Dieser Effekt kann auch auftreten, wenn Uranus in irgendeinem Horoskop Transitaspekte zur Sonne bildet, durch das fünfte Haus transitiert oder Spannungsaspekte zum Herrscher des fünften Hauses bildet. Oft entsteht in solchen Situationen das Bedürfnis, die Art und Weise der Selbstverwirklichung drastisch zu verändern und das eigene Leben im Sinne höherer Ziele neu zu definieren oder neu zu strukturieren. Diese Phase der Loslösung aus alten Zusammenhängen und das sich daraus ergebende Bedürfnis, einen neuen Sinn zu finden, kann psychologisch traumatisch sein. Der Grund ist, dass sich die Existenzgrundlage des Betreffenden radikal verändert. Die Loslösung kann das Ich oder die Persönlichkeit auf schreckliche Weise zerreissen. Eine Bombe ist explodiert, und die Stücke fallen auf die Erde und setzen sich neu zusammen. Für diese notwendige Veränderung offen zu bleiben, statt an dem festzuhalten, was einmal war, ist der Schlüssel, der psychologische Stabilität und Reintegration ermöglicht.

Viele dieser Menschen haben unbewusste Erinnerungen an ein früheres Leben, in dem sie sehr berühmt waren, gefeiert wurden und an der Spitze standen. Manche erinnern sich sogar daran, einer königlichen Familie angehört zu haben. Das verstärkt natürlich nur die Frustration, wenn man in diesem Leben nicht als etwas Besonderes anerkannt wird.

Uranus im sechsten Haus oder in Jungfrau.

Zu geistigen Traumata kann es kommen, wenn diese Menschen unter psychologischer Trennung oder Isolation von ihrer unmittelbaren Umgebung leiden. In dieser Isolation können sie ihre Umgebung als überkritisch interpretieren oder sich gar von ihr verfolgt fühlen. Andere scheinen sich auf die eine oder andere Weise gegen sie zu verschwören. Ausser-dem erleiden diese Menschen oft ein Trauma in ihrem Berufsleben, weil sich ihre Auffassung der Arbeit ganz allgemein von der ihrer Kollegen unterscheidet, und weil sie ganz eigene Fähigkeiten oder Fertigkeiten besitzen, die jedoch nicht verwirklicht werden können.

Die tiefen, unbewussten Erinnerungen dieser Menschen sagen ihnen, dass sie nicht gut genug seien oder nicht bereit, ihre Fähigkeiten einzusetzen. Dies er-zeugt ein Trauma, weil sie nicht verwirklichen können, was sie für möglich halten. Derartige innere und äussere Beschränkungen lösen Rebellionen aus, so dass die-se Menschen eine Krise nach der anderen heraufbeschwören. Jede Krise, ob gross oder klein, verstärkt in gewisser Weise einen nahezu ununterbrochenen traumatischen Zustand.

Viele dieser Menschen haben unbewusste Erinnerungen an frühere Leben, in denen sie grimmig und irrational verfolgt und lächerlich gemacht wurden. Die Folge ist, dass sie sich nicht nur als Opfer sehen, sondern zugleich auch versuchen, normal zu wirken, auch wenn sie sich ganz anders fühlen. Diese Art der Kompensation führt zur erwähnten Frustration und Isolation.

Dieses Trauma kann entstehen, wenn Uranus durch das sechste Haus transitiert oder wenn er im Transit Spannungsaspekte zum Herrscher des sechsten Hauses, zu Merkur oder zu Radixplaneten im sechsten Haus bildet.

Uranus im siebten Haus oder in Waage.

Zu geistigen Traumata kann es kommen. wenn diese Menschen in ihren intimen und in anderen Beziehungen plötzlichen, unerwarteten Umbrüchen ausgesetzt sind oder wenn Beziehungen scheitern. Dies geschieht, wenn ein Partner seine eigene unbewusste Dynamik auf den anderen projiziert oder wenn ein Mensch seine eigenen Schwierigkeiten auf den Partner projiziert. In beiden Fällen bringen die Projektionen eine starke Irrationalität in die Beziehung ein, und dies wiederum löst psychologische Instabilität oder Traumata aus.

Davon abgesehen haben diese Menschen ein starkes Gefühl für Fairplay, für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Werden diese Prinzipien in einer Beziehung fortwährend verletzt, dann kann der aufgestaute Stress ebenfalls einen traumatischen Zustand hervorrufen. In diesem Fall sollten die Betreffenden ihre Erwartungen an die Realität im allgemeinen und an die Dynamik von Beziehungen im besonderen überdenken. Da diese Menschen gegen Beschränkungen oder starke Verwicklungen in Beziehungen rebellieren, fügen sie sich selbst und ihren Partnern Traumata zu, wenn sie nach Fluchtwegen suchen.

Viele dieser Menschen haben unbewusste Erinnerungen an plötzliche Verluste in Beziehungen, die ihre innere Distanz zu ihren Mitmenschen im allgemeinen, insbesondere aber zu denen, die ihnen nahestehen, verstärkt. Diese innere, unbewusste Wachsamkeit kann andere anziehen, die innerlich genauso distanziert sind. Die Folge sind Traumata für beide Partner, weil keiner das Gefühl haben wird, mit dem anderen wirklich verbunden zu sein.

Dieses Trauma kann entstehen, wenn Uranus durch das siebte Haus transitiert oder wenn er im Transit Spannungsaspekte zum Herrscher des siebten Hauses, zu Venus oder zu Radixplaneten im siebten Haus bildet.

Uranus im achten Haus oder in Skorpion.

Zu geistigen Traumata kann es kommen, wenn das Vertrauen dieser Menschen gebrochen wird. Denkbar sind Situationen, in denen ein Mensch, dem sie vertraut haben, das Vertrauen dadurch bricht, dass er sich als völlig anders entpuppt, als man ursprünglich glaubte. Dieser Vertrauensbruch führt zum Gefühl, verlassen zu sein und einen Verlust erlitten zu haben. Die Folge sind mitunter psychische Zusammenbrüche. Wenn andere uns «den Rücken kehren», macht sich das Gefühl breit, einem sadistischen Missbrauch zum Opfer gefallen zu sein. Missbrauch und Vertrauensbruch schliessen hier sexuelle Misshandlungen verschiedenster Art ein. Plötzliche Verluste in Partnerschaften, in denen die Mittel und Realitäten geteilt wurden, erzeugt ein tiefes psychologisches Trauma, das die Fähigkeit einschränkt, je wieder Vertrauen zu fassen.

Im achten Haus ist Uranus in vielerlei Hinsicht eine Verstärkung von Uranus im siebten Haus. Der Grund ist, dass diese Menschen psychologische Absichten, Motive oder Vorhaben auf andere projizieren und gleichzeitig den Projektionen anderer ausgesetzt sein können. Problematisch dabei ist, dass diese Menschen zwar ein sehr scharfes und exaktes Wahrnehmungsvermögen für die Motivationen und psychologischen Strukturen anderer haben, aber ihre eigene unbewusste Dynamik mit jener der anderen verwechseln können. Die Folge sind heftige Auseinandersetzungen und Willenskämpfe zwischen diesen Menschen und ihren Partnern, Kämpfe, die erneut zu traumatischen Zuständen führen.

Viele Menschen mit dieser Stellung haben unbewusste Erinnerungen an diese Dynamik, was die Erfahrungen dieses Lebens noch verstärkt. Ausserdem haben diese Menschen oft den Wunsch, sexuelle Energie auf verschiedenen Ebenen kennenzulernen und einzusetzen, wobei sie jedoch über das hinausgehen, was der Fortpflanzung dient oder als normal gilt. So können karmische Bedingungen entstehen, unter denen diese Menschen sexuell missbraucht werden. Andererseits könnten sie, wenn sie sich weiterentwickeln, lernen, sexuelle Energie in ihrer höchsten Form und im richtigen Zusammenhang einzusetzen.

Dieses Trauma kann entstehen, wenn Uranus durch das achte Haus transitiert oder wenn er im Transit Spannungsaspekte zum Herrscher des achten Hauses, zu Pluto oder zu Radixplaneten im achten Haus bildet.

Uranus im neunten Haus oder in Schütze.

Zu geistigen Traumata kann es bei die-sen Menschen kommen, weil ihre Überzeugungen oft von den allgemein gültigen Vorstellungen abweichen. Das Trauma entsteht, wenn sie wegen ihres Glaubens isoliert werden. Sie werden lächerlich gemacht, verfolgt oder sogar angegriffen. Umgekehrt können diese Menschen auch anderen Traumata zufügen, wenn sie gegen jeden Glauben rebellieren, der ihren eigenen Überzeugungen nicht entspricht.

Traumata können bei diesen Menschen ausserdem eintreten, wenn sie aufgrund ihrer Erfahrungen gezwungen werden, die Dinge zu hinterfragen, an die sie glauben. Diese Art des Traumas geht mit Unverständnis einher, denn die betreffenden Menschen können sich nicht erklären, wie diese Erfahrungen, ihrem Glauben zum Trotz, überhaupt möglich waren. Ein Beispiel hierfür ist ein Christ, der in Vietnam erlebt, wie sein Freund bei einem Raketenangriff in Stücke geschossen wird, während er im Bunker sitzt und in der Bibel liest. Ihm bleiben nur die blutbefleckte Bibel und der zerfetzte Körper des Freundes, und so stürzt er in ein theologisches Nichts und gerät in eine existentielle Krise. Er ist verzweifelt, und sein Glaube wird sich verändern.

Dieses Trauma kann entstehen, wenn Uranus durch das neunte Haus transitiert oder wenn er im Transit Spannungsaspekte zum Herrscher des neunten Hauses, zu Jupiter oder zu Radixplaneten im neunten Haus bildet.

Uranus im zehnten Haus oder in Steinbock.

Zu geistigen Traumata kann es bei diesen Menschen aufgrund ihrer Herkunft kommen. Einer oder gar beide Elternteile haben sich möglicherweise nicht um das Kind gekümmert, sie waren nicht da, sie waren emotional unzugänglich oder starben plötzlich. Traumata können auch entstanden sein, wenn diese Menschen von den Eltern nicht als das anerkannt wurden, was sie waren. Für den Erwachsenen wiederholt sich dann diese Dynamik der Nichtachtung, wenn er von den Mitmenschen oder der Gesellschaft nicht akzeptiert wird, wenn er beruflich falsch eingeschätzt wird, wenn er plötzlich seine gesellschaftliche Stellung oder seine Arbeit verliert, und wenn er sich in seiner Umgebung einfach fehl am Platze fühlt.

Zusätzlich können diese Menschen an schweren Depressionen leiden und sich selbst ihr Leben schwer machen. Diese Zustände entwickeln sich, weil sie sich in ihrer Umgebung blockiert oder gehemmt fühlen. Die Folge ist manchmal der Eindruck, dass es sinnlos sei, überhaupt ein Ziel anzustreben. Diese Einstellung ist ein Ausdruck unbewusster Erinnerungen an andere Leben, in denen diese Menschen durch Kräfte «besiegt» wurden, die sie nicht kontrollieren konnten. Sie erinnern sich unbewusst an eine Zeit, in der sie die für bestimmte Leistungen versprochenen Belohnungen nicht erhalten haben. Kennzeichen dieser Menschen sind beissender Sarkasmus und Pessimismus.

Dieses Trauma kann entstehen, wenn Uranus durch das zehnte Haus transitiert oder wenn er im Transit Spannungsaspekte zum Herrscher des zehnten Hauses, zu Saturn oder zu Radixplaneten im zehnten Haus bildet.

Uranus im elften Haus oder in Wassermann.

Zu geistigen Traumata kann es kommen, wenn diese Menschen erkennen, dass sie eine Lüge gelebt haben. Die Lüge besteht darin, dass sie nicht das Leben führten, das ihrem inneren Selbst entsprochen hätte. Sie stimmen innerlich nicht mit der allgemein akzeptierten Realität überein, also mit der Umgebung, in der sie leben. Doch oft reagieren sie auf diese Andersartigkeit, indem sie kompensieren und sich nach aussen bemühen, völlig normal zu wirken.

Diese Kompensation ist die Lüge. Psychologische Traumata begleiten das Aufdecken der Lüge und die Notwendigkeit für den Betreffenden, das eigene Leben radikal zu verändern. Sie spüren das Bedürfnis, gegen das «normale bürgerliche» Leben zu rebellieren, haben aber gleichzeitig Angst vor diesem Schritt. Die Angst kann sich schliesslich gegen die betreffenden Menschen selbst richten, bis sie sich gegen jede Veränderung sträuben und in die gleiche Situation kommen wie der kleine holländische Junge, der mit dem Finger ein Loch im Deich verschliessen wollte. So entsteht Instabilität. Doch Instabilität entsteht auch, wenn sie dem Impuls folgen und ihr normales Leben abstreifen. Dieser Prozess bleibt für Beobachter mitunter unsichtbar, bis es zu einer plötzlichen, unverhofften Rebellion kommt — ein Beispiel ist der Mann oder die Frau, die plötzlich nachts nicht nach Hause kommen.

Traumata können durch unzählige gesellschaftliche Kontakte und Beziehungen ausgelöst werden, die unversehens als grässlich oder verletzend empfunden werden oder die über Nacht zerbrechen. Freundschaften lösen sich auf, unvorhersehbare Entwicklungen und Probleme erscheinen wie aus dem Nichts.

Viele dieser Menschen haben unbewusste Erinnerungen an ein Leben, in dem sie verfolgt oder kritisiert wurden, weil sie anders waren. Dies verstärkt die Neigung zu kompensieren, indem sie sich den Anschein der Normalität geben.

Dieses Trauma kann entstehen, wenn Uranus durch das elfte Haus transitiert oder wenn er im Transit Spannungsaspekte zum Herrscher des elften Hauses, zu seiner Radixstellung oder zu Radixplaneten im elften Haus bildet.

Uranus im zwölften Haus oder in Fische.

Zu geistigen Traumata kann es kommen, wenn das Ich oder die Persönlichkeit zerbricht, sich zersetzt oder sich auflöst, weil diese Menschen mit äusserem Stress konfrontiert werden oder unter innerem Stress stehen, der aus ihrem Unbewussten wirkt. Der innere Stress äussert sich in den Gedanken oder im impulsiven Drang, aus der Welt und aus dem Alltagsleben zu fliehen und fortzulaufen.

Anatomisch und physiologisch ist dieser Impuls in der Zirbeldrüse angesiedelt. Da Uranus mit den elektrischen Strömen im Gehirn korreliert, wird die Zirbeldrüse mit Stromstössen bombardiert. Die Drüse sondert ein Protein namens Melatonin ab, das für das zuständig ist, was wir als Träume, Schlaf und das Bedürfnis nach Transzendenz bezeichnen — es ist der Wunsch, eine ganzheitliche, umfassende, höchste oder spirituelle Realität zu erfahren. Wenn dieser Impuls nicht verwirklicht werden kann, wenn also die spirituelle Realität unzugänglich bleibt, dann wird der betreffende Mensch auf der unterbewussten Ebene «verrückt», was sich in Form von Psychosen, Phobien, Neurosen und Persönlichkeitsstörungen, Persönlichkeitsspaltungen, Sucht und Fluchtverhalten jeglicher Art entladen kann. Denken wir nur daran, dass Uranus in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts durch das Fische-Zeichen transitierte. Diese Zeit nannte man in den USA die «wilden Zwanziger», weil der Alkohol in Strömen floss, weil die Leute Drogen nahmen, auf Kredit lebten und sich zahlreichen Ausschweifungen hingaben.

Viele dieser Menschen haben unbewusste Erinnerungen an Gefangenschaft und Einkerkerung und an die Verfolgung durch Menschenmengen. Die Erinnerungen erzeugen eine Angst, die sie veranlasst, sich vor anderen zu «verstecken».

Dieses Trauma kann entstehen, wenn Uranus durch das zwölfte Haus transitiert, oder wenn er im Transit Spannungsaspekte zum Herrscher des zwölften Hauses, zu Neptun oder zu Radixplaneten im zwölften Haus bildet.

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Buchcover Uranus, Neptun und Pluto

Noel Tyl (Hrsg.)
Uranus, Neptun und Pluto im persönlichen Erleben
Edition Astrodata, Wettswil, 1994

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

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