Astronode
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Astronode
Grundlagen der Astrologie

Grundlagen der Astrologie

8. Weitere Techniken und Verfahren

Neben den bereits genannten gibt noch eine ganze Reihe weiterer Objekte, Punkte und Techniken, die von spezialisierten Astrologen in die Deutungen und Berechnungen eingebunden werden: der Alterspunkt nach Huber, die rhythmischen Auslösungen nach Döbereiner, die Halbsummen und Fixsterne, um nur einige zu nennen.

Eine ausführliche Besprechung all dieser Faktoren, die teilweise recht exotischer Natur sind, würde den Rahmen dieser Einführung sprengen; die wichtigsten sollen hier jedoch wenigstens kurz gestreift werden. Im Lexikon finden Sie weiterführende Informationen.

Rückläufige Planeten

Rückläufiger Saturn
Rückläufiger Saturn

Natürlich laufen die Planeten nicht rückwärts. Doch da die Astrologie ein geozentrisches System ist, bei bei der die Erde (und der Besitzer des Horoskops) im Mittelpunkt steht, entsteht durch die unterschiedlichen Bahngeschwindigkeiten und Positionen in Bezug auf die Sonne manchmal der Eindruck, der eine oder andere Planet wäre rückläufig. In der Symbolsprache der Astrologie wird diese Rückläufigkeit als Faktor bewertet, der die Energie des Planeten verändert.

Zwei astrologische Körper können niemals rückläufig werden: Die Sonne als Zentralgestirn unseres Sonnensystems und der Mond, der ja nicht die Sonne, sondern die Erde umkreist.

Allgemein wird die Rückläufigkeit meist so gedeutet, dass die entsprechenden Qualitäten dem Besitzer des Horoskops nicht unmittelbar und offen zur Verfügung stehen, sondern stärker verinnerlicht und vielleicht sogar nicht vollständig bewusst sind. Rückläufige Planeten erfordern immer mehr Arbeit als direktläufige, um den betreffenden Energien zu einem adäquaten Ausdruck zu verhelfen. Rückläufige Planeten verweisen manchmal auch auf Bereiche in unserem Seelenleben, die gewissermaßen von der Gesellschaft abgekoppelt sind und hauptsächlich in unserem Inneren wirken.

Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die rückläufigen Phasen von Uranus, Neptun und Pluto (bedingt auch schon für Saturn) aufgrund der langsamen Umlaufgeschwindigkeit kaum noch individuell zu deuten sind; hier handelt es sich um Qualitäten, die für große Gruppen von Menschen gelten. Der individuellen Deutung zugänglich sind dagegen die Kombinationen rückläufiger äußerer Planeten mit den persönlichen Planeten.

In Horoskopen wird die Rückläufigkeit meist durch ein stilisiertes "R" dargestellt. Rückläufige Phasen der persönlichen Planeten werden nur im Deutungsmodul Karma berücksichtigt.

Halbsummen

Eine Halbsumme ist der rechnerische Mittelpunkt zwischen zwei Elementen im Horoskop. Wenn die Sonne auf 10° Schütze und Saturn auf 10° Steinbock steht, dann fällt die Halbsumme auf 25° Schütze. Die Zeichen umfassen jeweils 30°, also rechnet man (10° Schütze + 30°)/2. Steht auf dieser Halbsumme ein dritter Planet, sagen wir Mars, dann gerät dieser Planet gewissermaßen in den Brennpunkt oder ins Kreuzfeuer der anderen beiden Planeten. Diese Kombination würde geschrieben als MA=SO/SA.

Da an Halbsummenkombinationen immer mindestens drei Objekte beteiligt sind, ist die Deutung außerordentlich aufwändig und kompliziert. Sie sollte dem erfahrenen Astrologen vorbehalten bleiben, der mit Hilfe dieser Technik auf individuelle Problemstellungen eingehen kann.

Transite, Direktionen und Progressionen

Das Geburtshoroskop ist eine Momentaufnahme der Planetenstände im Augenblick der Geburt. Danach laufen die Planeten weiter und bilden Aspekte zum Geburtshoroskop, die in technischer Hinsicht so ähnlich behandelt werden können wie ein Partnerhoroskop, also in Form eines Vergleichs zwischen zwei Horoskopen.

Transite

Der Stand der Planeten, wie er sich in einem bestimmten Augenblick am Himmel darstellt, kann für jeden beliebigen Zeitpunkt nach der Geburt in Transit-Tabellen festgehalten werden. Die Transitplaneten von heute bilden ähnlich wie beim Partnervergleich Aspekte zum Geburtshoroskop. Transite persönlicher (schneller) Planeten sind kaum spürbar, die Transite der geistigen Planeten können jedoch, wenn sie empfindliche Punkte im Geburtshoroskop berühren, deutliche Spuren hinterlassen.

Direktionen und Progressionen

Direktionen und Progressionen sind Projektionen der Zeit unmittelbar nach der Geburt auf das ganze spätere Leben. Auf der Grundlage eines so genannten Direktionsschlüssels werden die Faktoren im Geburtshoroskop vorgeschoben und das Ergebnis wird zum Geburtshoroskop in Beziehung gesetzt. Für die Berechnung der Direktionsschlüssel gibt es verschiedene Grundlagen, z.B. den Lauf der Erde, der Sonne oder des Mondes. Der Naibod-Schlüssel, der im 16. Jahrhundert vom Astrologen Naiboda entwickelt wurde, ist ein leicht zu handhabender Mittelwert für den Direktionsschlüssel.

Prognose

Die Betrachtung von Transiten oder Progressionen kann bei der Beantwortung der Frage helfen, welchen Einflüssen der Betreffende in einer bestimmten Phase ausgesetzt ist. Allerdings bringen sowohl Transite als auch Progressionen nur Dinge zum Vorschein, die bereits im Geburtshoroskop angelegt sind, und insofern klingt es etwas irreführend, wenn diese Techniken als Prognosemethoden bezeichnet werden. Zwar kann es um Einflüsse gehen, die erst in Zukunft eine Rolle spielen werden, doch auch Transite und Progressionen können letztlich nur mit der Substanz "arbeiten", die bereits im Geburtshoroskop angelegt ist.

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