Astronode
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Astronode
Lexikon der Astrologie

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Chiron

Chiron

Wenn einer zweigestalt ist, und es
Kennet kein einziger nicht das Beste;
Das aber ist der Stachel des Gottes; nie
Kann einer lieben göttliches Unrecht sonst.
Friedrich Hölderlin, Chiron
Cheiron und Achilleus
Cheiron und Achilleus
Wandgemälde Herculaneum
(Nationalmuseum Neapel)

Der Kleinplanet oder Riesenkomet Chiron wurde erst Ende 1977 entdeckt, konnte sich aber relativ schnell einen Platz in der Welt der Astrologie erobern.

Chiron umkreist die Sonne im Laufe von etwa 50 Jahren, seine exzentrische Bahn liegt meist zwischen Saturn und Uranus, zeitweise aber auch zwischen Saturn und Jupiter.

Sein Name ist von Cheiron abgeleitet, dem ältesten der Kentauren, der ein Mischwesen war - halb Pferd und halb Mann. Er wurde durch einen vergifteten Pfeil des Herakles verletzt und litt so sehr, dass er den Tod herbeiwünschte. Dieser Wunsch blieb unerfüllt, da er unsterblich war. Schließlich opferte er sich und gab seine Unsterblichkeit her, damit Prometheus befreit werde. Erst dann durfte sterben und wurde so von seinen Schmerzen erlöst.

Es ist noch nicht entschieden, welchem Tierkreiszeichen (wenn überhaupt) Chiron zugeordnet werden kann. Manche Astrologen bringen ihn unter anderem wegen der augenfälligen Symbolik des Kentauren mit dem Schütze-Zeichen in Verbindung.

Cheiron und Achilleus
John Singer Sargent
Cheiron und Achilleus

Die Tatsache, dass Chiron in der Mythologie als der verletzte Heiler erscheint, spricht dagegen für die Zugehörigkeit zur Jungfrau, die unter anderem mit der Gesundheit verknüpft ist. Dafür spricht auch, dass Chiron, wenngleich auf ganz anderer Ebene als Merkur, ein Agent der Kommunikation ist. Auf seiner Bahn wechselt er zwischen Saturn/Uranus und Saturn/Jupiter und wirkt somit als Mittler, der Impulse aus dem geistigen, überpersönlichen Bereich der äußeren Planeten in die Gesellschaft projiziert.

Denkt man aber andererseits daran, dass Chiron weder Sachinformationen wie Merkur noch Traumbilder wie Neptun oder Eingebungen wie Uranus übermittelt, sondern aus dem geistigen Reich von Uranus, Neptun und Pluto womöglich jene Strömungen kanalisiert und mitten in die Gesellschaft lenkt, die wir als "Zeitgeist" beschreiben, dann könnte Chiron als Transporteur weltanschaulicher Parameter wiederum sehr gut als Mitherrscher ins Schütze-Zeichen passen.

In diesem Fall würde Chiron nur mit dem Heilen in Verbindung gebracht, weil der Zeitgeist sich ums Heilen dreht, doch hätte dies nichts mit Chirons eigenen Qualitäten zu tun, da er uns die Ideen nur vermittelt hat. So wäre Chiron auf eine ähnliche Weise farblos oder chamäleonhaft schillernd wie Merkur, indem er zeitweise die Färbung dessen annimmt, was er transportiert.

Überlegungen die diese sind allerdings Spekulationen und werden Spekulationen bleiben, solange Chirons Wirkung nicht in genügend Horoskopen durch langjährige Beobachtung genau definiert worden ist. Bis diese Fragen abschließend geklärt sind, werden sicherlich noch einige Jahrzehnte vergehen.

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