Astronode
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Grundlagen der Astrologie

Grundlagen der Astrologie

Wie funktioniert das überhaupt?

Die Astrologie ist beinahe so alt wie die Menschheit. Die Idee, man könne an den Sternen da oben ablesen, was hier unten passiert, ist uralt. Früher herrschte ein fatalistisches Weltbild vor: Man konnte ja sowieso nichts gegen das Schicksal machen, aber man wollte doch wenigstens wissen, ob einem die Götter gewogen waren. So haben sich beispielsweise Forscher vor großen Reisen oder Könige vor Kriegen Horoskope stellen lassen. Auch zum Stapellauf von Schiffen und zur Grundsteinlegung wichtiger Bauten hat man Horoskope berechnet, um den günstigsten Zeitpunkt zu bestimmen. Dahinter stand die Überzeugung, das Schicksal sei mehr oder weniger festgelegt und die Sterne übten einen unmittelbaren Einfluss auf die Menschen aus.

Die Jungsche Psychologie hat einen Beitrag dazu geleistet, dieses fatalistische Weltbild zu überwinden. Der Begriff der Synchronizität bedeutet, dass zwar gleichzeitig etwas da oben und hier unten passiert, dass es aber keinen kausalen Zusammenhang gibt.

Dank früherer Beobachtungen kann man sagen, dass bei bestimmten Geburtsbildern bestimmte Anlagen und Qualitäten und Verhaltensweisen wahrscheinlich auftreten werden, doch dies ist nicht so, weil die betreffenden Menschen ein bestimmtes Geburtsbild haben. Die Sterne sind nicht die Ursache menschlichen Verhaltens, man kann an ihnen nur ablesen, was höchstwahrscheinlich zum Vorschein kommen wird.

Ähnlich ist es in der Natur. Die Bäume schlagen nicht aus, weil die Zugvögel zurückkehren und die Zugvögel kommen nicht, weil die Bäume ausschlagen. Wenn aber im Frühling die grünen Bäume zu sehen sind, dann wissen wir, dass die Vögel schon da sind oder bald eintreffen werden. Die beiden Ereignisse verursachen sich nicht gegenseitig, sondern beruhen auf einem gemeinsamen dritten Faktor, nämlich auf der Kreisbahn der Erde um die Sonne. An einem bestimmten Punkt auf dieser Bahn beginnt der Frühling.

Heute spricht man nicht mehr von unausweichlichen Ereignissen, sondern von mehr oder weniger stark ausgeprägten Neigungen und Anlagen und von unbewussten Anteilen, die beleuchtet werden wollen. Dabei steht immer das Individuum im Mittelpunkt seiner eigenen Welt, für die es verantwortlich ist.

Als schicksalhaft oder zwanghaft werden die nicht bearbeiteten, nicht bewussten und verdrängten Aspekte der Persönlichkeit erlebt. Sobald diese Aspekte ans Licht gebracht werden, verlieren sie einen großen Teil ihrer Macht. Die Astrologie kann, indem sie Spannungsfelder im Horoskop und damit in der Psyche des Menschen aufzeigt, einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Freiheit und Autonomie des betreffenden Menschen vergrößert. Was bewusst ist, kann bearbeitet und aufgelöst werden. Unser Schicksal ist nicht mehr von der Gnade der Götter abhängig. Schicksal ist das, was jeder aus seinem Leben macht.

Wo bleibt die Wissenschaft?

Manchmal wird der Astrologie zum Vorwurf gemacht, sie sei unwissenschaftlich. Das ist kein Wunder. Die Astrologie macht Aussagen über Menschen, und Menschen sind nicht berechenbar. Jedenfalls nicht so, wie es nötig wäre, um einen wissenschaftlichen Beweis zu führen.

Ein wichtiges Kriterium wissenschaftlicher Beweisführung ist die Wiederholbarkeit von Versuchen. Mit Chemikalien geht das. Mit Menschen nicht.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Quantifizierbarkeit. Die Wissenschaft gibt Antworten auf Fragen nach Mengen oder Größenordnungen oder Gesetzmäßigkeiten.

Wie viel wiegt ein Schuh? Man kann es messen. Wie schwer wiegt die Schuld, die man jemandem in die Schuhe schiebt?

Jeder weiß, wie groß er ist. Um wie viele Zentimeter schrumpft das Ich, wenn der Mensch verlegen ist?

Sobald es um Menschen geht, kommen Einschätzungen ins Spiel, die nicht messbar sind, sondern höchstens mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit aus früheren Erkenntnissen abgeleitet werden können. Wir nennen das "Lebenserfahrung". Aller Erfahrung nach wird es kommen, wie wir vermuten - aber manchmal kommt es auch ganz anders. Im Umgang mit diesen Unwägbarkeiten hilft uns keine Wissenschaft. Helfen kann hier nur eine Disziplin wie die Astrologie, die sich gerade dieser notorisch unwissenschaftlichen Seite des menschlichen Daseins widmet. Gerade diese Seite ist es aber, die unsere Menschlichkeit ausmacht. Menschliches Erleben ist in jeder Sekunde einzigartig und nicht reproduzierbar, und damit entzieht es sich den Maßstäben der Wissenschaftlichkeit.

Genau auf diesen Bereich zielt die Astrologie und ist damit selbst mindestens teilweise der strengen Wissenschaftlichkeit entzogen. Zwar gibt es Regeln in der Astrologie, doch die Deutung eines Horoskops ist eine Interpretation und keine Beweisführung.

Ein großer Teil unseres Lebens wird von naturwissenschaftlich begründeten und ausgiebig erforschten Umständen bestimmt. Wir verlassen uns darauf, dass unter bestimmten Bedingungen eine Flamme zündet, die unter anderen Bedingungen wieder gelöscht werden kann. Wir schalten das Licht ein, fahren mit dem Auto, öffnen den Kühlschrank und können darauf vertrauen, dass die naturwissenschaftlichen Prinzipien, die im Hintergrund wirken, auch morgen noch gültig sind.

Die Naturwissenschaft kann uns sagen, warum eine kaputte Glühbirne nicht funktioniert. Sie kann aber nicht erklären, warum die kaputte Birne nach einer Woche immer noch nicht ausgewechselt ist. Der Astrologe denkt bei solcher Vergesslichkeit an Neptun. Der Naturwissenschaftler hat Sendepause.

Neben den überschaubaren, wiederholbaren und leicht überprüfbaren Tatsachen des Lebens gibt es einen großen und völlig irrationalen Bereich, der zugleich so selbstverständlich ist, dass wir ihn leicht übersehen. Es ist die Ebene der menschlichen Regungen, die Ebene der Gefühle. Diese Ebene findet sogar Eingang in unsere Gesetze. Wer sehr erregt ist und eine Tat im "Affekt" begeht, wird mitunter weniger schwer bestraft als jemand, der die Tat kaltblütig geplant hat.

Die Tat kann man beweisen. Die Wut dahinter nicht. Man kann nicht einmal beweisen, dass so etwas wie "Wut" überhaupt existiert.

So gibt es mitten in unserem Zusammenleben, von allen anerkannt und sogar in den Gesetzen berücksichtigt, einen riesigen und äußerst wichtigen Bereich, der sich der wissenschaftlichen Beweisführung völlig entzieht. Auf diesen Bereich zielt die Astrologie - und ist damit der üblichen wissenschaftlichen Beweisführung ebenso entzogen wie die Aussage, dass jemand aufmerksam oder vergesslich ist.

Die Wissenschaft und das methodische wissenschaftliche Denken sind wertvolle Instrumente, ohne die unser Leben in dieser Form überhaupt nicht denkbar wäre. Sie sind aber nicht die einzigen Instrumente, mit denen die Menschen ihr Dasein beschreiben. Was uns zu Menschen macht, sind Dimensionen wie Wertvorstellungen, ethische Leitlinien, Moral, Anstand, Trauer, Freude oder Lust und Liebe. Hier kommen prinzipiell unbeweisbare Gebilde wie Religion, Philosophie und Psychologie ins Spiel - und auch die Astrologie.

Am Gottesbeweis sind Legionen von Theologen gescheitert, doch alle beziehen sich auf Gott. Kein Psychologe kann erklären, was ein Komplex eigentlich ist, aber alle arbeiten daran. Kein Philosoph kann das Ding an sich beweisen, doch die Philosophie bietet wichtige Erkenntnisse.

Alle diese Disziplinen arbeiten mit Grundannahmen, die letztlich unbewiesen sind, alle sind in sich schlüssig und alle sind auf ihre Art erfolgreich, wenn man den Erfolg so versteht, dass der Fragende Anhaltspunkte findet, um sich selbst und die Welt etwas besser zu verstehen. Hierher und nicht in die Zone der "harten" Wissenschaftlichkeit gehört die Astrologie.

Niemand kann die Wahrheit oder Unwahrheit beweisen, wenn jemand sagt, er habe ein Buch (oder eben die eigene Horoskopdeutung) gelesen und neue Anregungen bekommen.

Was wiegt ein anregender Gedanke? In der Wissenschaft überhaupt nichts. Im Leben eines Menschen unendlich viel.

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